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Vorgestellt: Klaus Sämann, neuer Rückkehrberater der Diakonie für Flüchtlinge

 2017 07 06 Saemann Klaus kl
Unterstützt Flüchtlinge bei der Rückkehr: Diakonie-Mitarbeiter Klaus Sämann. Foto: DPH/Oliver Claes

Paderborn (dph). „Flüchtlinge bei der Rückkehr zu begleiten, ist eine schwierige Aufgabe. Diese Menschen haben einen hohen Bedarf an Unterstützung“, sagt Klaus Sämann, neuer Rückkehrberater der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. für die Stadt und den Kreis Paderborn. Sie würden dahin zurückkehren, wo sie für sich keine Zukunft mehr gesehen hätten und müssten sich dort wieder eine neue Perspektive aufbauen. „Oft haben sie alles hinter sich gelassen, um nach Deutschland zu kommen. Bei der Rückkehr stehen sie häufig vor dem Nichts“, betont Sämann.

Klaus Sämann (50), der in Schloß Neuhaus geboren wurde, hat sich seit Mitte 2015 ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Seit 2016 arbeitet der gelernte Erzieher hauptberuflich in der Flüchtlingshilfe, zunächst als Teamleiter in Wohngruppen mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Bielefeld und Gütersloh und nun in der Rückkehrberatung der Diakonie.

Eine Rückkehr könne bei Ehrenamtlichen auch mit einem Gefühl des Scheiterns ihrer Unterstützung verbunden sein, denn diese zielte zunächst auf die Integration der Geflüchteten. Deshalb habe ihn die professionelle Unterstützung der Flüchtlinge durch die Rückkehrberatung sehr interessiert, beschreibt Sämann die Gründe für seinen beruflichen Wechsel.

In der Rückkehrberatung unterstützt er Menschen, die in ihr Heimatland zurückkehren müssen oder wollen. Zuständig ist Sämann für die Stadt und den Kreis Paderborn. Er berät Flüchtlinge, die in Sammelunterkünften oder Privatquartieren wohnen. Diese Beratung wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und unterstützt. Sämann bietet eine regelmäßige Sprechstunde in seinem Büro bei der Diakonie in Paderborn an, außerdem gibt es Sprechzeiten im Evangelischen Gemeindezentrum in Büren und bei der Flüchtlingsberatung der AWO in Delbrück.

„Ich möchte den Menschen die Informationen geben, die ihnen helfen, sich selbst zu entscheiden“, erläutert der Diakonie-Mitarbeiter. „Die Beratung erfolgt in jedem Fall ergebnisoffen.“ In der Regel würden Freunde, Nachbarn oder Ehrenamtliche die Ratsuchenden begleiten und die Verständigung auf Deutsch und Englisch laufen.

Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht darin zu ermitteln, ob Reisedokumente vorhanden sind und wenn ja, bei welcher Behörde sie hinterlegt wurden. Und auch Schul- und Arbeitszeugnisse gilt es zu beschaffen. Außerdem hilft der er dabei, Fördermittel für die Transportkosten zu beantragen. Die gibt es über die Internationale Organisation für Migration (IOM). Bei Bedarf vermittelt Sämann auch zu anderen Beratungsdiensten der Diakonie weiter. Eine zunehmend wichtige Frage sei, wie die Reintegration gelingen könne, so der Rückkehrberater. In einigen Herkunftsländern bestehen dafür Förderprogramme.

„Freud und Leid liegen dicht beieinander. Es ist sehr unterschiedlich, wie es den Menschen nach der Rückkehr ergeht“, beschreibt Sämann seine Aufgabe als sehr vielschichtig. Das Angebot der Rückkehrberatung habe bisher gefehlt, und jetzt sei es wichtig, es breit bekannt zu machen. „Jeder für den die Rückkehrberatung Sinn macht, sollte das Angebot auch kennen.“

 

 

 



Hilfe Für Flüchtlinge

Termine

17. Dezember 2017, 14 bis 16.30 Uhr: Tag der offenen Tür, Bahnhofsmission, an Gleis 1, Hauptbahnhof Paderborn.


16. Januar 2018, 14 bis 16 Uhr: Offene Sprechstunde der Psychosozialen Krebsberatung, Diakonie-Beratungsstelle, Brüderstraße 7 in Höxter.