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Nehmen die Herausforderung an: Daniela Dahlmann (v.l.), Diakoniestellenleiterin Katharina Linpinsel und Andzelika Kassan kümmern sich um die Sorgen der Flüchtlinge in der Region. Seit August bietet die Diakonie Paderborn-Höxter zwei neue Beratungsstellen an. Foto: Neue Westfälische Warburg/Ramona Richter

Die Diakonie hält in Warburg zwei neue Beratungsangebote für Flüchtlinge in der Region vor. Die Mitarbeiterinnen helfen bei Neuorientierung und Rückkehr

Aus: Neue Westfälische Warburg, 6. Dezember 2016
Von Ramona Richter

Warburg. Die Diakonie bietet im Standort Warburg seit August diesen Jahres zwei neue Beratungsstellen für Flüchtlinge an. Gestern wurden die Regionale Flüchtlingsberatung und die Rückkehrberatung für Flüchtlinge, sowie zwei neue Mitarbeiterinnen vorgestellt.

„Die Diakonie versucht auf aktuelle Begebenheiten einzugehen. Die Flüchtlinge stellen eine große Gruppe dar, die dringend Unterstützung braucht“, sagte Katharina Linpinsel, Diakoniestellenleiterin in Warburg. Sie sei froh, dass die Diakonie seit August zwei neue Stellen besetzen konnte. „Das ist eine große Herausforderung, die die beiden hier ständig bewältigen. Die Flüchtlingsberatung ist kompliziert. Ständig ändern sich die Gesetze“, lobte sie ihre neuen Mitarbeiterinnen.

Daniela Dahlmann ist seit dem 22. August für die regionale Flüchtlingsberatung zuständig. Zu ihren Schwerpunkten gehören Themen wie: Aufenthalts- und Asylrecht, soziale Leistungen, Bildung und Sprachkurse, Freizeitmöglichkeiten und die Vermittlung an Paten. „Zu mir können alle Flüchtlinge kommen, egal welches Anliegen sie haben“, sagte sie.

„Ich versuche den Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten“

Dabei sei es nicht immer einfach eine Lösung zu finden. „Manchmal muss man viele Kontakte anrufen, bis man eine Lösung gefunden hat“, fügte sie hinzu. Eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Kommunalen Integrationszentrum und anderen Sozialverbänden und Kirchen sei unerlässlich.

„Am Schlimmsten ist für die Flüchtlinge jedoch das Warten“, so Dahlmann. Gemeint sei damit das Warten auf den Asylantrag, den Deutschkurs, die Arbeitserlaubnis und vieles mehr. „Ich erkläre ihnen, warum die Wartezeiten so lange sind und wie wichtig es in Deutschland ist, Fristen einzuhalten“, fuhr sie fort. Auch Katharina Linpinsel weiß, wie schwer den Flüchtlingen das Warten fällt. „Die Geduld, die wir von den Flüchtlingen erwarten, sollten wir ihnen auch entgegenbringen“, sagte sie. Es sei schließlich nicht selbstverständlich, innerhalb weniger Wochen Deutsch zu lernen. Das brauche seine Zeit. „Sind sie erst einmal richtig hier angekommen, können sie sich auf Dinge wie einen Sprachkurs besser konzentrieren“, erklärt sie.

Als weiteres Beratungsangebot bietet die Diakonie Paderborn-Höxter eine Rückkehrberatung für Flüchtlinge an. Andzelika Kassan ist seit dem 15. August Ansprechpartnerin für Flüchtlinge die abgeschoben werden, von der Abschiebung bedroht sind oder freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren möchten. Die Rückkehrberatung sei unabhängig, ergebnisoffen und anonym – so Andzelika Kassan. „Ich versuche den Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten und schaue wie die Situation in ihrer Heimat ist und welche Jobchancen sie dort haben. Zudem helfe ich ihnen bei der Ausreise“, sagte Kassan. Oft bräuchten im Falle einer Abschiebung auch die Paten professionelle Unterstützung. Auch sie finden bei Andzelika Kassan ein offenes Ohr.

Ab dem 14. Dezember bietet die Diakonie im Corvinushaus in Warburg eine Reflexionsgruppe für Ehrenamtliche und Helfende in der Flüchtlingsarbeit an. Wie gehe ich mit ausländerfeindlichen Äußerungen Dritter um? Was möchte ich bewirken? Das sind Fragen, die in der Gruppe diskutiert werden sollen. Die Gruppe ist auf zehn Teilnehmer beschränkt. „Die Reflexionsgruppe soll die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit stärken. Das geht in kleinen Gruppen einfach besser“, sagte Katharina Linpinsel. Eine Anmeldung bei Daniela Dahlmann unter Tel. (0176) 61155294 ist daher erwünscht. Das erste Treffen startet um 17 Uhr. Weitere Treffen sollen dann kurzfristig in der Gruppe ausgemacht werden.

Interkulturelle Kommunikation
Der Workshop findet am 19. Dezember um 17 Uhr im Corvinushaus in Warburg statt. In dem dreistündigen Workshop werden die Teilnehmer auf eine kleine Reise durch verschiedene Kulturen mitgenommen. Geschult werden unter anderem die Besonderheiten interkultureller Kommunikationsprozesse, kulturelle Prägungen und die Rolle von Mann und Frau in verschiedenen Kulturen. Anmeldungen bei Daniela Dahlmann, Sternstraße 19 in Warburg, oder unter Tel. (0176) 61155294.


 

Als Dankeschön einen Ausflug

 

Bei strahlendem Spätsommerwetter machten sich am 29. September 45 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie des Standorts Warburg auf den Weg, um einen gemeinsamen Tag zu verbringen.

Es ist schon Tradition, dass die Diakonie sich in jedem Jahr im September für das Engagement der Ehrenamtlichen in der Beratungsstelle, beim Warburger Mittagstisch, in der Schulmaterialienkammer und bei EFaS mit einem Ausflug bedankt.

Der 11. Ausflug ging in diesem Jahr nach Höxter, wo eine Führung durch das Jakob-Pins-Museum viel Interesse weckte. Nach dem gemeinsamen Mittagessen an den Godelheimer Seen ging es weiter zum Skywalk, um den herrlichen Blick in das Wesertal, den Solling und das Weserbergland zu genießen. Nach einer abschließenden Kaffeepause in Bad-Karlshafen ging es dann in bester Stimmung wieder heimwärts nach Warburg.

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Im Ruhestand: Ingrid Kappen, Verwaltungsangestellte im Sekretariat der Diakonie in Warburg. Foto: Diakonie/Archiv

Warburg/Paderborn (dph). Ingrid Kappen (65), Verwaltungsangestellte der Diakonie in Warburg, ist nach fast 26-jähriger Tätigkeit für die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. in den Ruhestand gegangen.

Die gelernte Verwaltungsangestellte begann im März 1990 ihre Tätigkeit im Gemeindesekretariat der damaligen Evangelischen Kirchengemeinde Warburg-Herlinghausen. Im Dezember 1990 übernahm sie zusätzliche Stunden bei der Diakonie, zunächst im Sekretariat des Standorts. Seit 2008 war Ingrid Kappen dann als Verwaltungskraft für die Schuldnerberatung der Warburger Diakonie zuständig.


 

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Thema Sucht: Maurice Kaß (Diakonie, v. l.), Angela Sickes (Caritas-Suchtprävention) und der Psychologe Jens Flassbeck rückten bei einer Vortragsveranstaltung im Corvinushaus die Angehörigen von Suchtkranken stärker in den Blickpunkt. Foto: Herrmann Ludwig, Neue Westfälische Warburg

Aktionswoche Sucht: Alkoholsucht zeitige starke soziale Folgen. "Angehörige haben auch eine Geschichte", sagt der Gütersloher Psychologe Jens Flassbeck. Er beschäftigt sich mit der sogenannten Co-Abhängigkeit

Aus: Neue Westfälische Warburg, 7. September 2016
Von Hermann Ludwig

Warburg. Die Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“ im Kreis beleuchten viele Aspekte der Suchtproblematik. Bei einem Vortrag im Corvinushaus in Warburg standen jetzt die Angehörigen von Suchtkranken im Fokus: "Angehörige haben auch eine Geschichte" - das erläuterte Psychologe Jens Flassbeck.

„Angehörige und Kinder leiden unter der Abhängigkeit ebenso wie die suchtkranke Person, manchmal sogar mehr. Sie benötigen ebenfalls Prävention und Beratung, vor allem aber unsere solidarische Beachtung“, betonte Referent Flassbeck, der als diplomierter Psychologe in den LWL-Kliniken in Gütersloh arbeitet, einer Klinik für Suchtmedizin.

In seinem im Klett-Verlag veröffentlichen Buch „Co-Abhängigkeit, Diagnose, Ursachen und Therapie für Angehörige von Suchtkranken“ hat der Autor eingehend beschrieben, wie sehr Angehörige von Suchterkrankten leiden. Nachdrücklich rückte der Suchttherapeut in den Fokus, dass es ein hohes Risiko bedeute, einem Abhängigen helfen zu wollen. „Helfen wollen, das bedeutet Stress“, sagte Flassbeck, der aus seinen vielen Gesprächen mit Angehörigen von Abhängigen erfahren hat, welche Achterbahnfahrt der Gefühle durchlitten werden muss. Daher sei es wichtig, sich auch abgrenzen zu können, eine Fähigkeit, die der Psychologe auch für Menschen, die beruflich mit Abhängigen zu tun haben, für wichtig erachtet.

Der Verhaltenstherapeut schilderte er in seinen Vortrag Symptome einer Störung, die bei Co-Anhängigen zu finden sei. "Bei allen Co-Abhängigen findet man eine totale Erschöpfung", so Flassbeck. Zudem sei das Eingenommensein und ein Scham- und Schuldkomplex typisch.

Im Kontext der Suchtabhängigkeit schilderte der Psychologe den Alkohol als „schlimmstes Suchtmittel“, nicht etwa Kokain, Heroin oder Crack, wie es vielfach vermutet werde. Deutlich verwies Flassbeck auf die sozialen Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums. „Kinder aus Suchtfamilien werden zu zwei Drittel psychisch krank“, warnte Flassbeck vor den Konsequenzen. Erhebungen hätten gezeigt, dass 30 Prozent der Kinder aus Suchtfamilien selbst suchtkrank werden, wobei die Sucht hauptsächlich ein männliches Probleme sei. Mädchen aus Suchtfamilien neigten nach seiner Einschätzung dazu, ebenfalls eine Rolle als Co-Abhängige einzunehmen. „Im Kreis Gütersloh gibt es 38.000 betroffene Kinder“, machte der Klinikpsychologe auf die Tragweite der Alkoholsucht aufmerksam. Seit 2013 gebe es den gesetzlichen Auftrag, das Kindeswohl in der Beratungssituation zu beachten, hier müsse man ein besonderes Augenmerk für die Problematik haben, schärfte Flassbeck ein.

Nachdrücklich warb Flassbeck um Verständnis für die schwierige Lage von Angehörigen. In einem Klima des Wegschauens bei einer Suchtproblematik seien die Angehörigen oft in einer schwierigen Lage, denn der Suchtabhängige tue alles, um seine Sucht zu verstecken. Dies berge auch Probleme am Arbeitsplatz, wenn Untergebene auf Suchtverhalten eines Vorgesetzten aufmerksam machten. „Das kann zu ganz erheblichen Problemen führen“, sagte Flassbeck.

„Ich will mein Leben zurück“, in diesem Buch beschreibt Flassbeck, wie wichtig es für Angehörige ist, sich aus der Co-Abhängigkeit zu lösen, die er selbst als eine Sucht beschreibt. „Das Leiden an der Sucht eines nahestehenden Menschen kann krank und depressiv machen“, betonte Flassbeck, der oftmals die Suchtabhängigen zu sehr im Fokus der Behandlung sieht. Die eigene abhängige Verstrickung zu erkennen und sich aus ihr zu lösen, das ist ein Anliegen von Jens Flassbeck, der auch Selbsthilfegruppen unterstützt.

Es gehe darum, betroffenen Angehörigen zu helfen, zu einer gesunden Distanz und wieder zu sich selbst zu finden. Die Befreiung von der Sucht des anderen, das sei der Grundansatz, sich aus der Verstrickung der Co-Abhängigkeit zu lösen.

Thema Sucht im Blickpunkt
Bis zum 9. September fanden zum vierten Mal die Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte" unter der Schirmherrschaft von Landrat Friedhelm Spieker im Kreis Höxter statt. Die Organisation der Aktionstage liegt federführend bei der Suchtprävention der Sucht- und Drogenberatung im Beratungszentrum Brakel. Die Ziele der Öffentlichkeitskampagne sind die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Ursachen von Sucht, die Förderung von persönlichen Fähigkeiten, die vor Suchtmittelmissbrauch schützen sowie die Vernetzung im Themenbereich Sucht und Suchtvorbeugung. (man)


 

 

 

Sprechzeiten: nach Vereinbarung  WAR Kassan 1  
Standort: Sternstraße 19
34414 Warburg
Kontakt: Andzelika Kassan
Tel. 05641 7888-16
Mobil: 0176 61155295 oder
kassan(at)diakonie-pbhx.de

Unterstützung bei der Rückkehr
Zur „Rückkehrberatung von Flüchtlingen“ gehört es, Flüchtlinge zu unterstützen, die einen Abschiebebescheid erhalten haben, von Abschiebung bedroht sind, die freiwillig zurückkehren oder in ein anderes Land weiterreisen möchten.
Die Mitarbeiterin der Diakonie berät die betroffenen Personen und organisiert Hilfe. Sie ist zuständig für die Region Warburg sowie für die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) Borgentreich.

Ansprechperson für Patinnen und Paten
Die Rückkehrberaterin der Diakonie ist auch Ansprechperson für Patinnen und Paten, die Flüchtlinge aus diesem Personenkreis betreuen. Sie können sich für Informationen, Unterstützung, Hilfestellung oder persönlichen Austausch an sie wenden.

Die Beratung wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und unterstützt.


 

Sprechzeiten: Montag 9-12 Uhr
Dienstag Sprechstunde für Ehrenamtliche 17-19 Uhr
Mittwoch 9-12 Uhr
Freitag 9-12 Uhr
WAR Dahlmann 1  
Standort: Sternstraße 19
34414 Warburg
Kontakt: Daniela Dahlmann
Tel. 05641 788817
Mobil: 0176 61155294 oder
dahlmann(at)diakonie-pbhx.de

 Hilfe für Flüchtlinge
Zur „Sozialen Beratung von Flüchtlingen“ gehört es, schutzsuchende Menschen in asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen zu beraten und sie bei konkreten Fragen, zum Beispiel zu Bildung und Gesundheit, zu unterstützen. Bei Bedarf wird auch an andere Hilfseinrichtungen vermittelt. Die Flüchtlingsberaterin ist zuständig für die Region Warburg.

Ehrenamtliche unterstützen
Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich in der Hilfe für Flüchtlinge. Sie begleiten sie zum Beispiel bei Behördengängen oder beim Einkaufen. Interessierte an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit können sich bei der Mitarbeiterin der Diakonie melden. Sie steht den Ehrenamtlichen bei Fragen und Problemen beratend zur Seite.

Wohnraum finden
Für die Unterbringung der Flüchtlinge ist es wichtig, dass privater Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Vermieterinnen und Vermieter können sich bei der Flüchtlingsberaterin der Diakonie melden. Bei möglichen Problemen unterstützt sie.

Die Beratung wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und unterstützt.


 

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Essensausgabe: Mittwochs gibt es Warburg das Angebot der Tafel im Corvinushaus. Dabei teilen die ehrenamtliche Helferin Irmgard Heuel (v. l.), Cordula Peters von der Diakonie und Frank Schulz, der bei der Tafel arbeitet, unter anderem Brotwaren aus. Foto: Herrmann Ludwig/Neue Westfälische Warburg

 

Aus: Neue Westfälische Warburg, 10. September 2016

Von Hermann Ludwig

Ehrenamt: Das Team des Mittagstisches möchte wieder ein gemeinsames Essen in Warburg anbieten. Dafür sind die Räume nach dem Umbau im evangelischen Gemeindezentrum zu klein

Warburg. Der Warburger Mittagstisch sucht ein neues Domizil. Der derzeitige Zustand im Corvinushaus sorgt sowohl auf Seiten der Gäste als auch auf Seiten der Fachkräfte und der ehrenamtlichen Helfer für eine Stimmung, die eine Veränderung erfordert.

Dessen ungeachtet bedankt sich das Team bei der evangelischen Kirchengemeinde. „Wir sind sehr dankbar, dass sie für dieses Angebot ihre Türen geöffnet hat. Es ist ja ein Auftrag des Evangeliums, sich um Arme, Fremde, Kranke und Ausgegrenzte zu kümmern“, sagt Katharina Linpinsel, bei der Diakonie hauptamtlich verantwortlich für den Mittagstisch. „Unsere Gäste, die zum Teil schon viele Jahre lang kommen, vermissen das wöchentliche Treffen und das gemeinsame Essen, viele bleiben jetzt auch weg“, beschreibt Cordula Peters, die bei der Diakonie für die Familien- und Lebensberatung zuständig ist und sich ebenfalls um den Mittagstisch kümmert, die aktuelle Lage.

Der Warburger Mittagstisch wurde 2005 ins Leben gerufen. Jeder Gast bekam gegen einen geringen Kostenbeitrag einmal in der Woche ein abwechslungsreiches, warmes Essen in familiärer Atmosphäre. Seit April wird beim Mittagstisch in Warburg zum Bedauern der Helfer nicht mehr gekocht und kein gemeinsames Essen angeboten, es werden nur noch gespendete Lebensmittel ausgegeben. Dieses Angebot der Tafel wird im Durchschnitt von 40 Familien genutzt, insgesamt werden nach Angaben der Diakonie derzeit bis zu 80 Personen erreicht. In Rimbeck gibt es weiterhin ein gemeinsames Essen und anschließend die Lebensmittelausgabe, erläutert das Mittagstisch-Team.

Der Umbau des Corvinushauses hat dazu geführt, dass der Mittagstisch dort deutlich weniger Platz zur Verfügung hat. Gleichzeitig ist die Zahl der Besucher zuletzt deutlich angestiegen, auch dadurch, dass viele Flüchtlinge dieses Angebot wahrnehmen. „Zeitweise waren bis zu 100 Gäste da und es wurde unmöglich, in dieser Enge weiterhin einen Mittagstisch anzubieten, an dem sich alle wohlfühlen“, berichtet die ehrenamtliche Helferin Irmgard Heuel, die wie die anderen Ehrenamtliche den Wert des Mittagstisches im sozialen Umfeld der Stadt betont.

»Viele haben nicht gewusst, dass so viele Menschen in der Stadt bedürftig sind«

„Viele unserer ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen haben vor ihrem Engagement gar nicht gewusst, dass so viele Menschen in der Stadt bedürftig sind“, sagt Heuel.

Zu Beginn des Mittagstisches vor elf Jahren war es nicht immer leicht, für die Ehrenamtlichen und Betreuer, zumal es einige Zeit gedauert hat, ehe einige Gäste des Mittagstisches, die zum Teil auch sehr auffällig waren, akzeptiert wurden. „Es hat viele Gespräche gebraucht, bis es zu einem guten Miteinander gekommen ist“, erinnert sich Katharina Linpinsel, die mit den Kräften der Diakonie wieder an einer Optimierung arbeitet.

Viele Gäste kommen, da sie dringend die Lebensmittel benötigen, die ausgeteilt werden. Gleichwohl bleiben einige weg, weil sie das gemeinsame Essen als Treffpunkt und Ansprache vermissen. „Nach wie vor kommen einige suchtkranke drogenabhängige Klienten, da es gerade ihnen auch immer gut gefallen und vor allem gut getan hat, einen Ort zu haben, wo sie Ansprache und bei Bedarf schnelle und unbürokratische Beratungshilfe bekommen haben“, erklärt Katharina Linpinsel. Sie sieht auch für diese Gruppe in dem regelmäßigen Treffen eine Möglichkeit, positiven Einfluss zu nehmen.

„Die Idee des Mittagstisches unterscheidet sich von der Tafel dahingehend, dass wir als Diakonie großen Wert darauf legen, den Menschen die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind, einen Ort anzubieten, wo ihnen materielle Hilfe in Form von Lebensmitteln angeboten wird, gleichzeitig aber auch ein Ort, wo sie sich wohlfühlen, sich treffen können, Anteilnahme und Wertschätzung erfahren“, betonen die Verantwortlichen des Mittagstisches, das gelte auch für die Gruppe der Suchtabhängigen, die in Warburg an einem Methadonprogramm teilnehmen.

„Wir möchten auf jeden Fall beim Mittagstisch in Warburg auch wieder ein gemeinsames Essen anbieten. Seit April sind wir daher auf der Suche nach größeren Räumen. Wir brauchen zwei Räume, wo etwa 80 Menschen essen können“, so die Diakonie, die sich auf die Suche nach Räumlichkeiten gemacht hat. Wichtig sei auch ein Raum, in dem die Lebensmittel ausgegeben werden und eine Küche, die groß genug sei, dort warme Mahlzeiten für so viele Menschen zuzubereiten.

Organisiert wird der Mittagstisch in Rimbeck und die Tafel in Warburg von mehr als 50 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Rund 95 Berechtigte kommen regelmäßig dienstags oder mittwochs zum Essen. Finanziert wird der Mittagstisch durch Spenden, die jederzeit willkommen sind.

„Die Arbeit ist wertvoll in allen Belangen, deshalb wollen wir auch unbedingt wieder gemeinsam kochen und essen, das ist ein wichtiger Begegnungspunkt für bedürftige Menschen in der Stadt Warburg", so Linpinsel.

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Wichtige Aufgabe: Ursula Rakete (l.) und Rosemarie Richter bereiten die Essensausgabe vor. Foto: Herrmann Ludwig/Neue Westfälische Warburg





 

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100 Kilogramm Hansekaffee haben die Schüler des Wirtschaftsmathematikkurses über ihre Hansegenossenschaft Warburg bereits verkauft. Von nun an kann der Kaffee in vier Warburger Geschäften erstanden werden. Foto: Verena Schäfers-Michels/Westfalenblatt Warburg

 

Aus: Westfalenblatt Warburg, 6. September 2016
Von Verena Schäfers-Michels

Warburg(vsm). 100 Kilogramm fair gehandelten Hansekaffee hat die Hansegenossenschaft Warburg des Hüffertgymnasiums bereits verkauft. Die Hälfte des eingefahrenen Gewinns, 150 Euro, spendete die Schülerfirma nun an die Schulmaterialienkammer der Diakonie.

500 Gramm feinster Hochlandkaffee in ganzen Bohnen befindet sich jeweils in den schwarzen Tüten, deren Etikett mit der Warburger Südansicht geschmückt ist. Das ist der Hansekaffee, das Ergebnis der Produktentwicklung des Wahlpflichtkurses Wirtschaft der neunten Klasse des Hüffertgymnasiums. Jetzt offerierten die Schüler in einer Gratisaktion interessierten Passanten der Warburger Einkaufsmeile frisch aufgebrühten Filterkaffee.

Ihr Kaffee steht für faire Löhne für die Kaffeebauern und wird ohne Pestizide angebaut. "Geröstet werden die Bohnen 15 Minuten lang bei 200 Grad", berichtet Schüler Adrian Brechtken. Dies geschieht in der Kaffeerösterei Langen in Medebach.

Vor einem halben Jahr haben sich die Schüler gemeinsam mit Wirtschaftslehrer Michael Thebille die Kaffeerösterei angesehen und das Projekt in die Wege geleitet. Kaffeeröster Klaus Langen hat einige Jahre in Honduras gelebt und gearbeitet. Die Situation der Kaffeebauern hat er dort vor Ort sehen können. Seit zwanzig Jahren röstet und vertreibt er den aus einem entwicklungspolitischen Projekt in Kooperation mit dem Kolping-Hilfswerk hervorgegangenen Tatico-Kaffee. Dieser qualitativ hochwertige Kaffee wurde mehrfach prämiert und wird zu 100 Prozent fair gehandelt.

An der Kooperation mit den Schülern schätzt er die Möglichkeit, mit jungen Menschen zu arbeiten – den Kaffeekonsumenten von morgen – und sie dafür zu sensibilisieren, in welcher Situation sich die Kaffeebauern befinden. "Die Produzenten bewirtschaften Ackerflächen von zwei bis drei Hektar. Sie haben die meiste Arbeit mit den Bohnen und sind dem Diktat der schwankenden Kaffeepreise komplett ausgeliefert."

Bisher wurde der Kaffee in der Pause auf dem Schulhof an Eltern und Lehrer verkauft. Ab sofort bieten vier weitere Warburger Unternehmen (entlang der Hauptstraße) den Hansekaffee in den Varianten Filterfein gemahlen in 250 Gramm-Tüten für vier Euro sowie ganze Bohnen in 500 Gramm-Tüten für acht Euro an. Diese Geschäfte sind der Kosmetikbasar von Tamara Haase, das Modegeschäft Gate 106 von Ute Ladage, das Reformhaus Greiner und die Geschäftsstelle der Vereinigten Volksbank Warburg.

"Im Kollegium trinken wir nur noch den Hansekaffee", so Schulleiterin Susanne Krekeler. Weiterhin gibt es bereits Überlegungen, beispielsweise entkoffeinierten Kaffee oder Espresso in die Produktpalette aufzunehmen. »Wir wurden schon mehrfach angesprochen, ob wir auch Tee anbieten wollen«, sagt Schülerin Lena Strippel.

Der jetzige Wirtschaftskurs ist der dritte Jahrgang, der sich mit der Hansegenossenschaft Warburg auseinandersetzt. Seit der Gründung der Genossenschaft vor knapp zwei Jahren steht den Schülern Ute Happe von der Vereinigten Volksbank unterstützend zur Seite. Im darauf folgenden Jahr wurden die ersten Produkte, zuerst ein USB-Stick, eine Tasche mit Logo-Druck und schließlich ein Kalender entwickelt und in den Vertrieb gebracht. Der neue Jahrgang hat nun die Aufgabe, das Produkt im größeren Rahmen bekannt zu machen, zu werben und neue Kunden zu gewinnen. Auch die erste Prüfung durch den Genossenschaftsverband hat die junge Schülerfirma inzwischen erfolgreich überstanden.

 

Standort: Sternstraße 19
34414 Warburg
 
Kontakt: Herta Deuermeier
Tel. 05641 7888-14 oder
deuermeier(at)diakonie-pbhx.de
 WAR Deuermeier 695 1
     

 

Miteinander – Füreinander

Familien, Alleinerziehende oder Lebensgemeinschaften mit Kindern, die Schwierigkeiten bei der Erziehung bzw. in der Beziehung haben, finden bei uns Beratung und Hilfe.

Ziel ist, die Familie zu befähigen, ihre Probleme zu erkennen und eigenverantwortlich zu lösen. Unsere Beratung findet überwiegend in Ihrem häuslichen Umfeld statt und bezieht alle Familienmitglieder ein.

Lassen Sie uns gemeinsam nach neuen Wegen und Möglichkeiten der Veränderung suchen.

Wir bieten Ihnen:
- Familien, Einzel- und Paargespräche
- Unterstützung im Umgang mit Ämtern
- Verbesserung der Lebensbedingungen
- Familienübergreifende Angebote wie z.B. Gruppenarbeit oder Familienbildungsurlaub


 

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Kümmern sich um die Lebensmittelausgabe: Rudi Ryll (v.l.n.r.), Roswitha Hoffmann, Katharina Linpinsel, Rotraut Unruh, Eugen Bubars, Irene Steen, Rosemarie Richter, Doris Kuhlke und Pfarrer Andreas Wilke in der Deele des Böttrich-Hauses. Das Gemüse und Obst wird von den freiwilligen Helfern an bedürftige Menschen verteilt. Foto: Arian Amedie, Neue Westfälische Warburg

Aus: Neue Westfälische Warburg, 17.12.2015

Diakonie: Über 70 Menschen kommen einmal pro Woche zur Lebensmittelausgabe der Diakonie, die Tendenz steigt. Zur Unterstützung der Arbeit haben die Pfarrgemeinden aus Neu- und Altstadt nun Geld gesammelt

VON ARIAN AMEDIE

Warburg. Endlich mehr Platz bei der Lebensmittelausgabe. Die Organisatoren vom Mittagstisch der Diakonie sind mit der Verteilung von Lebensmitteln an bedürftige Menschen vom Corvinushaus in das wenige Meter entfernte Böttrich-Haus umgezogen. Hier können Menschen aus den sozialschwachen Schichten mit schwierigen Lebensläufen und schwieriger Lebenslage einmal wöchentlich Nahrungsmittel erhalten. Die Ausgabe von gekochtem Essen findet nach wie vor im nebenan gelegenen Corvinushaus statt.

Etwa 70 Menschen kommen einmal in der Woche zur Essens- und Lebensmittelausgabe und zahlen einmalig einen Euro dafür; die Anzahl der Menschen, die das Angebot nutzen müssen, steigt mit der Zeit an.

Die ausgegebenen Produkte werden vor allem von den Warburger Einzelhändlern gespendet, inzwischen müsse aufgrund des großen Andrangs allerdings immer häufiger auch nachgekauft werden, damit die Bedürfnisse annähernd erfüllt werden können. Das allerdings kostet Geld.

Mit einer Spende in Höhe von 1.050 Euro, übergeben vom Vorsitzenden der Pfarrgemeinderat Neustadt Rudi Ryll, wurde die Aktion der Diakonie unterstützt.

„Wir freuen uns, dass der Mittagstisch durch die Zusammenarbeit von evangelischer und katholischer Gemeinde so einen ökumenischen Charakter bekommt“, freut sich Katharina Linpinsel, Dienststellenleiterin der Diakonie Beratungsstelle.

Die Spende kommt zur richtigen Zeit, denn gerade jetzt sei die Nachfrage deutlich höher als noch vor einigen Monaten, so Linpinsel. Zwischen den Bedürftigen seien immer häufiger eben auch Menschen zu finden, die nach Deutschland geflohen sind.

Neben der Organisation der reinen Ausgabe von Essen und Nahrungsmitteln, seien die Herausforderungen deutlich größer geworden. Sprachbarrieren, unterschiedliche Essgewohnheiten oder die Folgen traumatischer Erlebnisse unter den Betroffenen müssen nun von den ehrenamtlichen Helfern bewältigt werden.

Auch dafür sei es wichtig gewesen, in einen größeren Raum umzuziehen. Der Vorgang habe aber unter allen Beteiligten sehr schnell funktioniert. „Pfarrer Wilke hat es nach einem Anruf schnell möglich gemacht, die Deele des Böttrich-Hauses zu nutzen“, so Ryll bei der Übergabe der Spende.

Mit dem Umzug in die Deele ist allerdings nicht alles leichter geworden. „Wir müssen die Lebensmittel nun die Straße herunter tragen. Das ist für die ehrenamtlichen Helfer des Mittagstisches körperlich eine starke Belastung, deshalb suchen wir nach zwei starken Männern, die uns Mittwochs eine Stunde lang beim Tragen unterstützen können“, so Katharina Linpinsel.

Spende für den Mittagstisch
Beim Pfarrfest unter dem Motto „Warburger Christen bewegen sich“, feierten die beiden kath. Kernstadtgemeinden St. Marien und St. Johannes ein gemeinsames Pfarrfest.
Die Erlöse in Höhe von 1.050 Euro wurden dort eingesammelt.
Gemeinsam entschieden die Gemeinden, das gesammelte Geld an die Diakonie zu spenden. (ara)

 

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Hilfe Für Flüchtlinge

Termine

16. Oktober 2017, 15 bis 16 Uhr: Generationensprechstunde mit Dipl. Sozialpädagogin Cordula Peters von der Diakonie Familienberatung, Familienzentrum Arche, Ahornweg 14, Warburg.


17. Oktober 2017, 18 Uhr: Informationsabend über Trennung und Scheidung, mit Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Weigel, in Paderborn, Beratungsstelle Diakonie, Riemekestraße 12.


17. Oktober 2017, 14:30 bis 16 Uhr: Elterncafé "Spielen und Fördern" mit Dipl. Sozialpädagogin Cordula Peters von der Diakonie Familienberatung, ev. FZ Arche, Ahornweg 14, Warburg.